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Der Wendeburger 25.02.21

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Informationsblatt mit Mitteilungen der Gemeinde Wendeburg

10 25. Februar 2021 Vor

10 25. Februar 2021 Vor 20 Jahren – Erinnerungen Wendeburg, 27. März 2001 Candle Light Dinner in den Wendezeller Stuben brachte 4.000 Mark für die Jugendarbeit / Nachrücken? Möglich nur per Erbfolge! Wendeburg, 31. März 2001 Feier mit 150 Gästen: Sophientaler Anlegestelle hat bewegte Geschichte zu bieten / Göring- Yacht sorgte für helle Aufregung Jede Menge Spaß hatten Profis und Laien in der Küche. Zur Feier des Tages sorgte der Spielmannszug der Feuerwehr Wendeburg auf der Kanalbrücke an der Sophientaler Anlegestelle für die musikalische Unterhaltung. Wendeburg. Es entwickelt sich mehr und mehr zu einem gesellschaftlichen Höhepunkt, der auch über die Grenzen der Gemeinde Wendeburg hinausleuchtet, das wohlschmeckende und -tätige Candle Light Dinner in den Wendezeller Stuben. Sechs professionelle Küchenmeister und sechs prominiente Laienköche zaubern unter Verzicht auf Honorar gemeinsamn eine abendfüllende Menüfolge und spenden den Erlös für gemeinnützige Zwecke. Ein Rezept, das ankommt. Mit rund 120 Gästen, kommunikationsfördernd um ein Dutzend runder Tische verteilt, war die Schlemmerei am Sonntagsabend ausverkauft. Und die Sängerinnen des evangelischen Kinderchores lieferten diesmal auch eine Erklärung, warum das kulinarische Vergnügen auf den Namen Candle Light Dinner hört. Nach der Vorspeise – Lachs und Steinbeißer im Mangoldmantel auf Blattsalat – bereicherten sie singend die Tischdekoration um ein buntes Teelicht auf jedem Tisch. Derweil herrschte in der Küche Hochbetrieb. Die Profiküche Karl Littek (Küchenmeister der AWO Helmstedt), Claus Geffers (Lönskrug Peine), Siegmar Schwesinger sowie die Hausherren Peter und Bernd Weymann und ihre Helfer, Gemeindedirektor Hans-Peter Reupert, Pastor Otto Pfingsten, Galerist Hans-Joachim Grove, Zimmermeister Hans Peters, Elektromeister Michael Stiller und PN-Redakteur Frank Wöstmann, sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Nachrücken könne man nur per Erbfolge, wurde gescherzt. Dass bei der tagfüllenden Benifizkocherei der Spaß nicht zu kurz kommt, war der Riege anzumerken. Im Saal wurden indes die Hauptgerichte gereicht. Nach einer Suppe von Kartoffeln und Steinpilzen folgten Perlhuhnbrust an Safransoße auf grünen Bandnudeln sowie Hirschkalb- und Wildschweinrücken mit Wirsing- und Rotkohlknödeln. Süße Stars des Abends waren jedoch ein prickelnd zuckriges Holunterblütensorbet sowie Pistazieneis im gebackenen Kokosmantel. Zwischen all dem Guten für den Magen gab’s zwischendurch kleine Bonbons für den Geist: angefangen von der Live- Klavieruntermalung über einen Sketch des Theaterkreises Bortfeld und das Wettrasieren eines Hühnchens bis hin zur Benefiz-Tombola des Galeristen Grove. Der gemeindlichen Jugendarbeit in Wendeburg bescherte der Abend nebenbai mehr als 4.000 Mark. Sophiental. Ein Fest zum Hafengeburtstag gibt es nur in Hamburg? Stimmt nicht! Auch Sophiental veranstaltet solche Feierlichkeiten: Dabei stört es kaum, dass dort der „Hafen“ eigentlich nur eine kleine Anlegestelle am Mittellandkanal ist. Am 29. März 1931 legt bei Sophiental erstmals ein Frachtschiff an. Den 70. Jahrestag dieses denkwürdigen Ereignisses feierten jetzt etwa 150 Gäste aller Generationen auf der Kanalbrücke und im Gasthaus „Sophienruh“. Wendeburgs Gemeindeheimatpfleger Rolf Ahlers war beim Stöbern in einem Buch auf einen Abschnitt über den Kanalbau gestoßen und hatte die Sophientaler Volksfest- und Kulturgemeinschaft auf dieses Jubiläum aufmerksam gemacht. Bereits 1927 wurde mit dem Bau des Mittellandkanals bei Sophiental begonnen: Dieses Teilstück endete an der Zweidorfer Brücke, wurde bald geflutet und gab im Winter eine herrliche Eisbahn ab, an die sich ältere Sophientaler noch lebhaft erinnern. Auch das Anlegen des ersten Frachtschiffs 1931 und der Göring-Yacht Mitte der 30er-Jahre blieben vielen im Gedächtnis, denn zu beiden Ereignissen war das ganze Daorf auf den Beinen. Werner Wiese von der Kulturgemeinschaft erzählte aber auch von einem voll beladenen Versorgungsschiff, das kurz vor Kriegsende notgedrungen in Sophiental festmachen musste, weil es die zerstörte Zweidorfer Brücke nicht passieren konnte. Also wurde die Ladung in Sophiental verteilt. In den 30er-Jahren erklärten die Sophientaler den Kanal zum Schwimmbad und errichteten sogar eine Startanlage und Sprungtürme. Bis heute ist ein Sprung von der immerhin zwölf Meter hohen Stahlkonstruktion der Brücke die ultimative Mutprobe für die Jugendlichen. Wann die heutige Anlegestelle – die kleine Einbuchtung neben der Brücke – gebaut wurde, ist hingegen nicht mehr eindeutig zu klären: Wahrscheinlich war es irgendwann zwischen 1976 und 1978. Bis dahin war das kleine Fürstenau im Übrigen Schul- und Kirchdorf für das allerdings auch nicht viel größere Sophiental. Norbert Meier, Ortsheimatpfleger – Quelle: Peiner Nachrichten Wendeburg, 27. März 2001 Mitglied scheint Bedingung für Führungsposten zu sein / Junge Gesellschaft schon sehr alt Wendezelle. Große Feier bei der Jungen Gesellschaft Wendezelle. Rund 200 aktive und ehemalige Mitglieder und eine Reihe von Gästen feierten zusammen am Wochenende bis in die frühen Morgenstunden. Bereits nach gut einer Stunde hatten Unmengen von Freibier für lockere Atmosphäre gesorgt und die ersten Lieder waren angestimmt worden. Schon immer waren die Mitglieder der Jungen Gesellschaft Wendezelle der Meinung gewesen, dass sie dem ältesten Verein im Dorf angehören. Doch Beweise gab es bisher nicht für diese Behauptung. Das hat sich nun geändert. Wieder einmal war es Gemeindebürgermeister Rolf Ahlers, der in seiner Funktion als Heimatpfleger Licht in das Dunkel der Vergangenheit brachte. Ahlers erbrachte den urkundlichen Beweis, dass die Fastnacht und das Schützenfest seit 1840 in Wendezelle veranstaltet werden. Da es weiterhin Belege dafür gibt, dass diese Feiern immer von der Jungen Gesellschaft organisiert wurden, ist klar: Die junge Gesellschaft Wendezelle existiert mindestens seit 1840. Mit diesem Beweis im Rücken kennt das Selbstvertrauen Matthias Schmidt wandelte die Spenden in Bier um. der Jungen Gesellschaft keine Grenzen mehr. „Mit uns ist man schon immer gnädiger umgegangen, auch wenn wir mal ein wenig über die Stränge schlagen“, weiß ihr Vorsitzender Matthias Schmidt. „Die älteren Generationen waren doch alle selbst in der Jungen Gesellschaft und bringen deshalb viel Verständnis für uns auf.“ Obwohl sich die Interessen und Freizeitaktivitäten der Jugend im Laufe der Jahre stark geändert haben, besitzt die Junge Gesellschaft trotzdem noch einen hohen Stellenwert. „Gerade die Tatsache, dass wir auf das Traditionelle wert legen, macht unsere Besonderheit in der heutigen Spaßgesellschaft aus“, glaubt Schmidt, die Stärken des Vereins erkannt zu haben. Die Mitgliedschaft in der Jungen Gesellschaft scheint in Wendezelle ohnehin Voraussetzung zu sein, um später in den anderen Vereinen im Dorf Führungspositionen übernehmen zu können. Von der Freiwilligen Feuerwehr bis zum Turn- und Sportverein (TSV) – alle Vorsitzende waren auch Mitglied in der Jungen Gesellschaft. Auch in der Politik gibt es mit Rolf Ahlers ein prominentes Beispiel. Nach einer Reihe von Grußworten, Berichten aus der Vergangenheit der Jungen Gesellschaft und einem Diavortrag kam es zum vergnüglichen Teil des Abends. Die Band „Bingo“ – ebenfalls „alte“ Wendezeller – waren für die Musik verantwortlich. Und auch der Biervorrat schien ausreichend zu sein. „Jede Spende, die wir heute bekommen haben, wird in Bier umgewandelt“, versprach Schmidt unter riesigem Applaus. Ihr Verlag für die Region Unsere Zeitungen online als E-Papers Unsere Gemeindezeitungen, Broschüren sowie weitere Sonderpublikationen können Sie auch ganz bequem und kostenlos online lesen unter: www.gleitz-online.de oder den QR-Code scannen und gleich loslesen.

25. Februar 2021 11 Heimatpflege Gemeinde Wendeburg / „Chronik Neubrück“: Teil 4 des Vorabdrucks der Neubrücker Chronik 1595 bis 1648 Wendeburg. Das Spendenkonto zur Finanzierung des Buchdrucks füllt sich allmählich. Herzlichen Dank für Ihre Förderung Buchdrucks. Überweisungen mit dem Verwendungszweck „Chronik Neubrück“ an die Gemeinde Wendeburg werden noch immer mit Freuden angenommen auf dieses Konto: Volksbank Wolfenbüttel IBAN DE04 2709 2555 3505 0080 00. Für Spenden ab 100 Euro stellt die Gemeinde Spendenquittungen aus. Sonst gilt der Überweisungsbeleg als Quittung. Wer wenigstens 50 € spendet, erhält zum Dank eine Chronik. Viel Vergnügen nun bei Folge 4 unseres Fortsetzungsromans! Die Landkarte von 1595 Auf der „Karte von Oker und Schunter“ von 1595 ist NEWE- BRÜCK als Sitz eines Amtes in großen Lettern auf einem Banner ist vor den anderen Ortschaften hervorgehoben. Die Amtsgebäude und die Wassermühle sind in ihrer Lage richtig dargestellt, was dafür spricht, dass Kartograf den Ort wirklich besucht hatte. Zusammen mit den ebenfalls gezeigten Okerinseln und dem Turm als Signatur bekommt man eine Vorstellung, wie das Amt ausgesehen haben könnte. Mit Blick von Westen (OCCIDENS) sieht man die Wassermühle, das Amtshaus am Turm, der als Kartenzeichen im Verhältnis zu den anderen Gebäuden zu groß ist, und das Amtswohnhaus. Selbst die strohgedeckten Vorbürgerkaten auf dem Ostufer sind angedeutet. In einer Legende werden die Bedeutungen der Buchstaben erklärt. Darüber, dass die Oker irrtümlich als „Schonter“ (C) bezeichnet wird, müssen wir hinwegsehen. Neubrück liegt zwischen „Große Schwülpern“ und „Diddesen“. Hinter der Domäne markiert der Galgen (L) das „Newenbruckische Gericht uff dem Krittenberge“, wo die Braunschweiger Landesgrenze verläuft. An der „Breiten Landtstrass von Zell uff Braunschweig“ (G) befinden sich der „Marckstein“ (G) und der „Butterberg“ (H). Längs des Okerufers verläuft der „Weg von Diddersen uff Braunschweig“ (E), die alte Celler Heerstraße. Ihn kreuzt die durch „9 uffgeworfene Hügel“ (J) markierte südliche Grenze der Neubrücker Feldmark, an der der „Newenbruckische Holtzhain“ (K) liegt. Das Ackerland westlich des Ortes besteht aus fünf „Wannen“, auf denen die Ackerstreifen angedeutet sind. Die nördliche Grenze zu Didderse bilden die „Graff tumbt die Wiesen“ (D) und die „Grafft von dem Diddeser Wege bis uff die breite Landstraße“ (F). Grenzen waren also durch Gräben kenntlich gemacht. Im Dreißigjährigen Krieg 1618-1648 Was kommt uns in den Sinn, wenn wir an den Dreißigjährigen Krieg denken? Religiöse Gegensätze, große Schlachten, marodierende Söldner, gebrandschatzte Dörfer und am Ende war mehr als die Hälfte der Bevölkerung dahingemeuchelt und das ganze Land in Schutt und Asche gelegt. Trifft dieses Bild auch zu für unsere Gegend? Von Neubrück gibt es aus den Jahren 1618 bis 1648 keine Nachricht, wohl aber über die Lebensverhältnisse im Fürstentum Wolfenbüttel im Allgemeinen. Vor dem Dreißigjährigen Krieg lebten dort 74 Prozent der Bevölkerung auf dem Lande von den Erträgen der Landwirtschaft. Rund ein Viertel von ihnen gehörte wie die Neubrücker Dörfler der bäuerlichen Unterschicht an. Da sie weder Zugvieh noch Wagen besaßen und an Nutzvieh nur Schweine, Schafe und Geflügel hatten, bot ihnen das Einkommen aus der Landwirtschaft keinen hinreichenden Lebensunterhalt. Gründungen neuer Hofstellen scheiterten am Landmangel, denn durch Erbpacht hatten sich seit dem Ende des 16. Jahrhunderts die Besitzverhältnisse verfestigt. Vielerorts kam es zu Preiserhöhungen durch Warenknappheit. Beklagt wurde auch der Verfall der guten Sitten, Viehdiebstähle und Mutwillen. Während des Krieges gab es auf Braunschweiger Gebiet zwei große Pestepidemien. Schätzungsweise raffte die in den Jahren 1625 und 1626 die ersten 30 bis 40 % der Bevölkerung dahin und 19 Jahre später die zweite noch einmal 25 %. Schließlich ging 1641 noch eine Seuche um, deren Opfer vor allem Kinder waren. Das normale Leben, Handwerk, Handel und Landwirtschaft müssen infolge dieser Epidemien völlig zum Erliegen gekommen sein. Auch aufgrund des Kriegsgeschehens waren die Landstraßen voll von Vertriebenen und Verarmten. Vermutlich war die Zahl der Kriegsopfer klein im Verhältnis zur Zahl der Seuchenopfer. Die Braunschweiger Landesgeschichte enthält keine Hinweise auf Kämpfe von Truppen bei Neubrück. Die Didderser Chronik berichtet aber, dass vom Braunschweigisch-Lüneburgischen Herzog angeworbene Truppen unsere Gegend durchzogen. Auf ihrem Anmarsch auf Braunschweig machten niederländische Kürassiere (schwere Kavallerie) Quartier in Didderse, verzehrten Vorräte und verwüsteten die Höfe. Das herzogliche Amt Neubrück werden sie wohl umgangen haben und in dem armen Dorf auf dem östlichen Oker ufer war sowieso nichts zu holen. Nach dem Krieg gab es „auf der Vorburg“ (im Dorf) noch sechs bewohnte, eine freie und eine wüst liegende Hofstelle. Bestandsaufnahme im Amt 1648 Während der 30 Kriegsjahre war das Amt Neubrück zwar in Funktion geblieben, doch hatte es schwer gelitten. 1648 war die Zahl der Amtsbediensteten auf 13 zurückgegangen. Wegen des schlechten Zustandes der Domäne mussten auch die Gewinnerwartungen der Herzoglichen Kammer (das Finanzressort) her abgesetzt werden. Statt der 1.300 Reichstaler, die das Amt in guten Zeiten erwirtschaftete, rechnete man für 1653 nur noch mit 955 Reichstalern Gewinn. Für die Mühle erwartete man statt 400 nur 250 Reichstaler, vor allem wegen der erheblichen Reparaturkosten für Uferbefestigungen. Um dem Amt und dem Dorf wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen, zahlte die Herzogliche Kammer (die Finanzverwaltung) Karte von Oker und Schunter 1595, (Ausschnitt) Niedersächsisches Landesarchiv WO K 12175. Vorschüsse. 1648 wurde eine Bestandsaufnahme der Gebäude und ihrer Ausstattung gemacht, um den Wert bei einer Neuverpachtung festzustellen. Die Inventarliste beschreibt den Zustand der Amtsbauten und dokumentiert ihn folgendermaßen: Treppenstufen fehlten, Aborte waren zerbrochen, Öfen waren nicht ersetzt worden, Fensterlöcher in Ermanglung von Glasscheiben mit Stroh zugestopft oder zugenagelt und etliche Türen fehlten. Anhand der ausführlichen Auflistungen kann sich der Leser eine Vorstellung von der Anlage des Amtes machen. Links des Weges, der nach Osten zur Okerbrücke führte, lag der eingezäunte Schlossgarten, wo Kälber geweidet wurden. Es gab dort zehn Apfelbäume, vier Birnbäume, sechzig Kirschbäume, acht Haselbüsche und einen abgeteilten Hopfengarten. Die Fischerei in der Oker von der Kapellenwiese bei Schwülper im Süden bis zum Grenzgraben in der Didderser Masch im Norden gehörte zum Amt, ebenso die 980 Kopfweiden und 200 jungen Weiden im Uferbereich. Über eine schmale Insel ging es zur Mühlenbrücke, vor der sich ein Schlagbaum befand. Daneben war an einem Pfahl ein Zollbrett mit dem fürstlichen Wappen angebracht. Links hinter der Mühlenbrücke, über die man auf die Insel kam, stand die Wassermühle mit vier unterschlächtigen Mühlrädern. Über dem Mahlwerk und der Müllerwohnung befand sich ein Kornboden. Zur Mühle gehörten noch ein Stall und eine Scheune. Rechts des Weges lag nun das Amt. Man betrat es über den Vorwerkshof mit den landwirtschaftlichen Gebäuden und gelangte über einen Burggraben auf den Amtshof. Der 6 bis 10 m breite Graben war im 14. oder 15. Jahrhundert zum Schutze der Amtsgebäude angelegt worden. Über ihn führte 1576 noch eine Zugbrücke zu einem zweiflügeligen, eichenen Burgtor für Gespanne und einer Pforte für Fußgänger. 1648 hatte der Graben keine strategische Bedeutung mehr und wurde im 18. Jahrhundert zugeschüttet. Mitten auf dem Vorwerkshof stand später zur Abschreckung der Untertanen der Schandpfahl mit einem Halseisen. Die Fachwerkbauten am Rande waren strohgedeckte Scheunen und Ställe mit einer Molkerei. Zwei Scheunen dienten als Lagerraum für die Ernte und als Unterstände für Wagen, Hof- und Ackergerät. Außer einem alten Schafstall gab es Ställe für Kälber, Ochsen und Kühe. Zur Molkerei, in der Butter und Käse hergestellt wurden, gehörte ein Molkenkeller mit Kannen, Butterfässern, Milch-, Käse- und Flotttubben. Im Obergeschoss hatte der Vogt seine Kammer und eine große Stube mit eisernem Ofen. Sie war ausgestattet mit einem Waschbottich, zwei Betten, zwei Kissen und einer Pelzdecke. Am Amtsplatz stand gleich rechts vom Zugang als wichtiges Verwaltungsgebäude das Amtshaus. Es war ein kleines ziegelgedecktes Gebäude mit einem Taubenhaus im Giebel, das an den alten Turm gebaut war. Über eine vorgebaute „Wendelstiege“ gelangte man zur Amts- und Gerichtsstube, dem Sekretariat des Amtmanns. Hier lag das Zentrum der Macht, von dem aus Entscheidungen für mehrere Dörfer getroffen wurden. Der Raum war möbliert mit Schreibtisch, Aktenschrank, Tisch und Bank. Auch eine kleine Kammer und ein Abort mit freiem Fall vor das Gebäude fehlten nicht. Im Turm befand sich zu ebener Erde das Gefängnis. Selbst hier fehlte 1648 die Tür. Dafür gab es hölzerne Blöcke, in die ein Gefangener gelegt werden konnte. Auf der Südseite des Turmes schlossen sich das „neue Wohnhaus“ mit 25 x 11 m Grundfläche an und das Brauhaus. In dem Wohnhaus, dessen Parterre aus gemauertem Fachwerk bestand, war im Erdgeschoss auf der einen Seite ein „Reisigenstall“ für einquartiertes Militär mit Platz für acht Pferde und auf der anderen Seite die Hofstube. Im Obergeschoss gab es Kammern, die Stube des Pferdehirten und eine Kornkammer. Die Besonderheit dieses Hauses waren welsche Schmuckgiebel, die seine Längsseiten zierten. Südlich davon, im Winkel zu dem eben beschriebenen Gebäude gebaut, stand das Brauhaus. Eine Braupfanne wurde in der 1648er Inventur nicht erwähnt und 1705 als fehlend aufgeführt. Es wurde aber gebraut mit Okerwasser. Der Dachboden mit einem Fußboden aus Eiche diente als Hopfenboden. Zum Brauhaus gehörte ein aus Holz gebauter Pferdestall mit Krippe, Futterkiste, Hakenbrett für Geschirre und einem Heuboden darüber. Das um 1561 erbaute Amtswohnhaus mit 23,50 x 9,40 m Grundfläche wurde bei der Inventur 1648 schon als altes Gebäude bezeichnet. Dort gab es im Erdgeschoss neben weiteren Räumen eine Küche mit einem alten Eichentisch, einer Bank, einem Hakenbrett, Schlüsselbör ten, einem Hackblock und einem gemauerten Herd. Daneben waren die Küchenkammer und die Fleischkammer, in der ein eichener Fleischtrog stand. Über dem Obergeschoss auf dem Dachboden waren ein Kornboden, eine Fleischkammer, zwei Zimmer und „kleine Hasenkämmerlein“. In schlechten Zeiten war Kleintierhaltung immer wichtig. Auf dem Boden schließlich befand sich die Uhrkammer und in einem Fensterloch im Giebel hing die Uhrglocke. Reste der vier Keller dieses Hauses, von denen einer als Bierlager diente, existierten bis ins 20. Jahrhundert. Gisela Eberhard, Ortsheimatpflegerin Aus der Geschäftswelt … Freuen Sie sich mit uns auf den Frühling: PflanzenEck Wense hat alles für die neue Gartensaison Das Team vom PflanzenEck Wense hier im März 2020 freut sich auf Sie. Wense (r). Liebe Kundinnen und Kunden, nachdem der Winter sich noch einmal in seiner schönsten Pracht gezeigt hat, möchten wir nun den Frühling locken. Primeln, Stiefmütterchen, Hornveilchen, Tulpen und Narzissen, frühlingsblühende Stauden und Gehölze ... unsere Gärten und unser PflanzenEck erwachen zu neuem Leben. Wir freuen uns auf die bevorstehende Gartensaison und natürlich auf Euch – mit Maske Wir freuen uns auf den FRÜHLING und auf EUCH ! Mo – Fr 9.00 – 18.00 Uhr Sa 9.00 – 16.00 Uhr Livestream-Studio und mit Abstand - ! Unseren Ku(h)lturstall dürfen wir leider noch nicht wieder öffnen ... das Programm für Hofkonzerte ab Mitte April erstellen wir im Moment und harren der Dinge, die da kommen. 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