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Broschüre der Gemeinde Holle 2019

Luttrum Sillium

Luttrum Sillium ORTSVORSTEHER LUTTRUM Sven Wieduwilt, Wiethagen 3, Tel.: 05062/963117 WAPPEN Die Laterne des Luttrumer Wappens erzählt von einer Begebenheit, die sich 1670 zugetragen hat. Nachdem drei Tage ein schweres Hagelwetter über Luttrum gestanden hatte, schickte man am dritten Tag, der dunkel wie die Nacht gewesen sein soll, einen Boten nach Grasdorf, um den dortigen Pastor zu holen, der auch Pfarrer von Luttrum war. Der Bote nahm auf diesem Weg eine Laterne mit, und bereits an der Feldmarksgrenze erwartete ihn das schönste Wetter mit strahlendem Sonnenschein. Die Laterne des Boten wird noch heute in der Luttrumer Kapelle aufbewahrt. ORTSRAT SILLIUM Ortsbürgermeister Karl-Otto Bolze (CDU) Hainbergstr. 13 05062/8160 Gerd Samblebe (CDU) Parkstr. 3 05062/89265 Benjamin Schlüter (CDU) Malzweg 2 05062/1795 Rolf Witte (CDU) stv. Ortsbürgermeister Dirk Gläser (SPD) Joachim Borrmann (SPD) Hopfenkamp 15 05062/8024 Rudolf Flohr (SPD) Am Berge 1 05062/964509 Beratendes Mitglied Wiebke Franke-Rathmann (CDU) Hopfenkamp 22 05062/9659420 GESCHICHTE Luttrum befindet sich nicht nur am östlichen Rand der Gemeinde Holle, sondern liegt auch ganz am Rand des Landkreises Hildesheim, näher an Salzgitter als an der Stadt Hildesheim. Viele Bewohner des landwirtschaftlich geprägten Dorfes gehen ihrem Erwerb hauptsächlich im nahe gelegenen Industriegebiet des Salzgitterraumes nach. Die alte Kapelle in Luttrum aus dem 12. Jahrhundert wurde 1692 durch einen Neubau im Fachwerkstil ersetzt, mit dem sich die Kirche äußerlich ganz den umliegenden Reihenhöfen anpasste und noch heute eine schöne Einheit bildet. 1716 wurde die Kirche renoviert und im Inneren durch den Bildhauer Sößeman im Barockstil bemalt. Heute ist die Annenkirche ein wunderschönes Kleinod, das nicht nur religiöse Besucher nach Luttrum zieht. Auch der von 1975 bis 2006 in Derneburg lebende Künstler Georg Baselitz, der mit seinen Werken in allen großen Museen der Welt vertreten ist, hat in der Annenkirche eine neue Synthese von Kunst und Kirche versucht. Sein modernes Werk des gekreuzigten Christus stieß aber bei der Bevölkerung auf ein geteiltes Echo, so dass das Bild nach einer langen Diskussion wieder aus der Kirche entfernt worden ist. Ganz in der Nähe von Luttrum liegt das bis zu 3 Meter tiefe und nährstoffreiche Niederungsmoor, das in der Kreidezeit nach der Verlandung von Gletscherseen entstanden ist. Seit den 50er Jahren benutzt das Bad in Bad Salzdetfurth das wertvolle Moor für seine Kuranwendungen. WAPPEN Die enge Verbindung der Ortschaft Sillium mit dem Wohldenberg führte dazu, dass das Bild der Burg Wohldenberg im Gemeindewappen aufgenommen wurde. Es ist die gleiche Abbildung, die der Bischof Otto I. für seine Grabplatte auswählte, nachdem er 1275 den Wohldenberg für die Hildesheimer Kirche erworben hatte. Den oberen Rand des Gemeindewappens bildet der Wohldenberger Turnierkragen. GESCHICHTE Aus dem Besitz der Grafen Wohldenberg entstand Anfang des 14. Jahrhunderts die bischöfliche Domäne in Sillium. Die landwirtschaftliche Domäne blieb über Jahrhunderte im Besitz der Kirche. 1963 stellte der Domänenpächter den 275 ha großen Betrieb zur Aufteilung zur Verfügung. 1965/66 konnten fünf Bauernfamilien in ihre Aussiedlerhöfe auf dem Domänengelände eingewiesen werden. Andere Betriebe wurden mit dem Ackerland der Domäne aufgestockt. Den Rest des Domänengeländes übernahm zunächst die Gemeinde Sillium, die es dem Bankdirektor Busch aus Hildesheim verkaufte, der 1967 die alten Wirtschaftsgebäude abreißen ließ. Der nächste Eigentümer, ein Ziegeleibesitzer aus Sottrum, ließ auf dem Gelände Bauplätze errichten. Heute steht gegenüber des alten Herrenhauses noch die alte Schäferscheune in Sillium, ein großes aus Bruchsteinen erbautes Gebäude, das in den letzten Jahren in seiner Grundsubstanz hervorragend restauriert worden ist. Ludmilla Buchsbaum Zollstraße 5 · 31188 Holle · Telefon 05062 - 2221 Öffnungszeiten: Mo. Ruhetag · Di.–Fr. 9–18 Uhr · Sa. 8–13 Uhr Die Neubausiedlungen in Sillium wurden 1950 an der Gartenstraße, 1960/66 an der Schulstraße, 1972 am Hopfenkamp und 1997 am Holler Ohefeld angelegt. In den letzten Jahren entstand am Ortsrand von Sillium ein wunderschön angelegter Bürgerpark, der mit seinen kleinen Teichen, Brücken und Ruhemöglichkeiten von einem seiner Heimat verbundenen Silliumer Privatbürger gestiftet worden ist. 26 I ORTSCHAFTEN HOLLE – Die Gemeinde der Schlösser und Burgen

der Sottrum ORTSVORSTEHER SÖDER ORTSRAT SOTTRUM Jobst Lampe, Schloßhof 1, Tel.: 05063/370 Ortsbürgermeister Detlef Adelhelm (WG Sottrum) Martin-Luther-Str. 4 A 05062/25 8301 WAPPEN Das Wappen von Söder zeigt zwei gekreuzte Lilienstäbe aus dem Wappen der Familie von Bortfeld und 3 Wolfsangeln (Doppelhaken) aus dem Wappen der Familie Brabeck. Von 1280 an gehörte Söder den Rittern von Bortfeld. Nachdem Kurt von Bortfeld nach einem Feldzug der Stadt Venedig gegen die Türken 1685 an der Pest gestorben war, kam Söder 1690 in den Besitz der aus Westfalen stammenden Familie von Brabeck. Das Schloss wurde im Jahr 1742 vom damaligen Gutsherrn Johann-Edmund von Brabeck im Barockstil erbaut. Unter Moritz von Brabeck beherbergte Söder von 1788 an eine kostbare Gemäldesammlung, die viele Besucher nach Söder zog. Heinrich-Matthias Bertram (WG Sottrum) Soltgrund 6 05062/897262 Bernd-Michael Leifholz (SPD) Kampstraße 7 05062 505 Simone Schnitter (SPD) Ute Witteczek (SPD) Soltgrund 26 05062/897920 stv. Ortsbürgermeisterin Sandra Bettels (CDU) Andre Kook (CDU) Über der Kirche 8 Beratendes Ortsratsmitglied Frank Schulze-Klingemann (CDU) Sottrumer Str. 4 05062/89527 GESCHICHTE Einer der schönsten Flecken in der Gemeinde Holle ist das von Wasseranlagen umgebene Barockschloss Söder, das im 18. Jahrhundert aufgrund seiner umfangreichen Kunstsammlung in ganz Deutschland berühmt war und von vielen großen Persönlichkeiten besucht worden ist. Der Domherr Moritz von Brabeck baute das Schloss in jahrzehntelanger Arbeit zu seiner heutigen Ausdehnung aus. Als Kunstliebhaber stellte er eine außergewöhnliche Gemäldegalerie in Söder zusammen, die Werke von Holbein, Kranach, Raffael, Dürer, Leonardo da Vinci, Rubens, Tizian, Rembrandt, Breughel und vielen anderen namhaften Künstlern enthielt. Der damalige Wert betrug ungefähr 500.000 Taler, was heute weit mehr als 50 Millionen Mark entspräche. 1791 verschönerte Moritz von Brabeck das Schloss mit den beiden Pavillons, der Brücke und dem Tor, fasste das Gewässer auf der Nordseite durch Sandsteinbauten ein und legte den Grundstein für den Park. Nach einem Brand wurde Söder in den Jahren 1845 bis 1848 neu aufgebaut. Der Schwiegersohn des Grafen Brabecks, der Graf Andreas zu Stollberg, verkaufte 1859 die Brabecksche Kunstsammlung und 1862 das Schloss Söder an die Grafen von Schwiecheldt. Unter Graf Curt von Schwicheldt fanden von 1901 bis 1907 umfangreiche Umbauten und Erneuerungen im Inneren des Schlosses statt und der Bau des Wirtschaftshofes auf der Westseite. Der gesamte Besitz des Grafen, der bereits mit 35 Jahren starb, fiel an seine einzige Tochter Sigrid, die 1922 den Grafen Eberhard von Hardenberg heiratete. 1968 übernahm die Gräfin Carola von Hardenberg den Besitz von ihrer Mutter, und die Gebäude wurden unter Beibehaltung des alten Stiles stark erneuert und modernisiert. Manch einer mag Schloss Söder noch durch einen Film aus den 50er Jahren kennen. Damals diente das Gebäude als Kulisse für den Film „Du mein stilles Tal“ mit Curd Jürgens und Winnie Markus. Dieser Titel passt auch heute noch auf das wunderschöne und abseits aller Hauptstraßen gelegene Schloss. WAPPEN Das Sottrumer Wappen zeigt ein Stück Backsteinmauerwerk aus Steinen der Sottrumer Ziegelei, die zu den bedeutendsten Ziegeleien im Landkreis Hildesheim gehörte. Aus den dort hergestellten Steinen wurde u.a. auch der 135 m hohe Schornstein der Ilseder Hütte und die Marktkirche in Hannover erbaut. GESCHICHTE Die Ortschaft Sottrum ist ein gelungenes Beispiel für die glückliche Verbindung von ländlichem Wohnen und einer behutsamen Industrieansiedlung abseits der Wohngebiete. Auf dem ehemaligen Gelände der Ziegelei befindet sich heute ein Gewerbegebiet. Lange Zeit dominierte die 1870 gegründete Ziegelei das wirtschaftliche Leben der Ortschaft. 1972 musste die Produktion in der Sottrumer Ziegelei stillgelegt werden. Als die Preußen 1803 das Derneburger Kloster auflösten, sorgte der spätere Besitzer Graf Ernst zu Münster dafür, dass Sottrum 1817 eine neue Kirche im Ort erhielt. Vor der im Volksmund wegen ihrer Form als „Kaffeemühle“ bezeichneten Kirche stehen vier große barocke Heiligenbilder aus Stein, die noch von der Derneburger Klosterkirche stammen. Die nahe Sottrum gelegene Brüggemühle existiert schon seit 1471. Den meisten auswärtigen Besuchern ist Sottrum heute durch seinen Freizeit- und Familienpark bekannt. In privater Eigenleistung entstand am südlichen Dorfrand ein außergewöhnlicher Erlebnispark mit einem Kinderbauernhof, einer Streichelwiese, einem Badesee, einem Ungezieferzoo, einem Giftgarten und einem Urzeitweg mit großen Sauriermodellen. HOLLE – Die Gemeinde der Schlösser und Burgen ORTSCHAFTEN I 27

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