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Broschüre der Gemeinde Holle 2019

Heersum Henneckenrode

Heersum Henneckenrode ORTSRAT HEERSUM Ortsbürgermeister Ansgar Debertin (SPD) In den Gänseköpfen 9 05062/9641924 Lars-Oliver Montag (SPD) In den Gänseköpfen 19 05062/899741 Dirk Krämer (SPD) Großer Böckel 11 05062/2380 stv. Ortsbürgermeisterin Nadine Miske (CDU) Bohlweg 12 05062/963341 Barbara Fehlig (CDU) Mittelstraße 17 05062/9638005 WAPPEN Das Heersumer Wappen reicht am weitesten in die Geschichte zurück. Es zeigt ein Ammonshorn, eine Versteinerung aus den so genannten „Heersumer Schichten“, die 1864 von dem Geologen Karl von Seebach entdeckt wurden. Diese Schichten aus dem Jura setzen sich aus hellen Kalk- und Mergelsteinen zusammen, die früher in vier großen Brüchen nördlich von Listringen und Heersum abgebaut wurden. In jahrzehntelanger Sammlertätigkeit hat der Hildesheimer Professor Emmanuel Pfaff aus diesen Schichten ein reiches Fossilienmaterial zusammengetragen. GESCHICHTE Heersum ist die erste Ortschaft der Gemeinde Holle, die der Besucher von Hildesheim über die B6 erreicht. Das heutige Heersum ist um das Jahr 1300 entstanden. Gegenüber von Heersum jenseits der Innerste lag früher das Dorf Cantelsem, das noch bis in das Jahr 1645 erwähnt wird, danach verlassen wurde und verfiel. Das Kloster Derneburg erwarb bis Ende des 14. Jahrhunderts das ganze Dorf und seine Feldmark, siedelte die Bewohner nach Sottrum um und machte den Ort zum Wirtschaftshof des Klosters. Später baute hier der Graf Ernst zu Münster ein Vorwerk, dem seine Frau nach dem Tod des Grafen im Jahr 1839 den Namen Vorwerk Ernst gab. Den größten Bekanntheitsgrad erreichte Heersum durch einen einfachen Steinbruch in der Nähe des Dorfes, in dem der Geologe Karl von Seebach 1864 bei einer wissenschaftlichen Untersuchung der Juraformationen eigenartige Seetierversteinerungen fand, die vor ungefähr 150 Mio. Jahren entstanden waren. Er gab dieser Gesteinsformation den Namen „Heersumer Schichten“, die in der Geologie zu einem festen Begriff geworden sind und den Namen Heersum in alle Länder tragen. Heute befinden sich an der sehr schön ausgebauten alten Heerstraße, der Mittelstraße, landwirtschaftliche Höfe, Wohn- und Geschäftshäuser und die St. Ansgar Kinder- und Jugendhilfe des Caritasverbandes Hildesheim. An den Dorfrändern entstanden von 1947 an die Neubausiedlungen, die aber Heersums ländliche Struktur nicht zerstört haben. Eine unübersehbare Bereicherung des Dorflebens kam 1990 mit dem Verein „Forum für Kunst und Kultur“ in den Ort. Jährlich organisiert das Forum Theaterveranstaltungen, an denen sich die Vereine, Verbände und Bürger des Dorfes beteiligen. ORTSVORSTEHER HENNECKENRODE Petra Senholdt, Lappenberg 14, Tel.: 05062/89690 WAPPEN Der Schwan auf dem Wappen von Henneckenrode stammt aus dem Wappen des Adam Arnold von Bocholtz und die Rose erinnert an die Herren von Saldern, die gemeinsam die Geschicke Henneckenrode bestimmt haben. Heinrich von Saldern ließ 1579/80 das Schloss Henneckenrode, das nach der Stiftsfehde 1523 zu Braunschweig gehörte, umbauen. Sein Sohn Burchard von Saldern errichtete 1597 die Kapelle des Schlosshofes und schmückte ihr rundbogiges Portal mit der Rose, dem von Salderschen Wappen. 1687 kaufte Adam Arnold von Bocholtz den Henneckenroder Besitz und errichtete die Wirtschaftsgebäude. Sein Wappen, drei Bärenköpfe und ein Helmzier als Schwan, befindet sich neben der Durchfahrt auf den Schlosshof. GESCHICHTE Die Ortschaft Henneckenrode liegt still und abseits der Hauptstraßen in einem schönen Tal. Den vorbeifahrenden Autofahrern entgeht schnell das hinter einer dicken Mauer verborgene, an einem Teich und der Nette gelegene Schloss. Der Besucher muss erst durch die rundbogige Toreinfahrt hindurch, dann steht er vor dem wunderschönen Schloss im Stil der Weserrenaissance. Einige alte Häuser und eine kleine neue Siedlung am Wald, die zwischen 1958 und 1968 entstanden ist, machen darüber hinaus die verwunschene Ortschaft Henneckenrode aus, die zu den kleinsten in der Gemeinde Holle gehört. Der einzige landwirtschaftliche Hof wird von einem Pächter bewirtschaftet und befindet sich im Besitz des bischöflichen Generalvikariats, das das Schloss und die Domäne heute verwaltet. Das Schloss befand sich in Besitz der Familie von Saldern, später der Grafen von Bocholtz, die das Gut nach 1820 dem Landrentmeister Friedrich Blum als Ersatz für Geldanleihen übergeben mussten. Friedrich Blum verfügte in seinem Testament, dass sein Besitz nach seinem Tod zu einem Waisenhaus für Kinder umgewandelt werden sollte. Nach dem zweckentsprechenden Umbau konnte das Waisenhaus 1838 eröffnet und 1856 den barmherzigen Schwestern übergeben werden. Heute wird die „Blumsche Waisenhausstiftung“ von dem bischöflichen Generalvikariat verwaltet. 1965/66 fand eine große Renovierung des gesamten Gutskomplexes statt. 24 I ORTSCHAFTEN HOLLE – Die Gemeinde der Schlösser und Burgen

Holle ORTSRAT HOLLE Ortsbürgermeisterin Inka Uthe (SPD) Klappenweg 34 05062/89172 Hans-Jörg Bethge (SPD) Brandenburger Str. 4 05062/8732 Björn Dettmann (SPD) Tulpenweg 5 05062/9658048 Maike Gückel (SPD) Asternweg 1 05062/899726 Bernd Henze (SPD) Brandenburger Str. 15 05062/8728 Josef Seitner (SPD) Pommernweg 15 stv. Ortsbürgermeister Thomas Mollin (CDU) Marktstr. 43A 05062/964530 Gerhard Grote (CDU) Marktstr. 17 05062/1872 Gustav Folz (CDU) Am Kirschengarten 28 05062/8880 Beratendes Ortsratmitglied Nicole Sukop (CDU) WAPPEN Marktstr. 43 A 05062/964530 Das Holler Wappen erinnert an die alte Siedlungsgeschichte des Ortes und an seine frühe überregionale Bedeutung als Gerichtsstätte. Im Mittelpunkt ist die Holler Scheibenfibel abgebildet, die als Grabbeilage bei Ausgrabungen 1936 auf dem Holler Kirchberg gefunden wurde. Die Scheibenfibel, eine Nadel zum Halten von Kleidungsstücken, ist aus einem reich verzierten Kupferblech von 50 mm Durchmesser gearbeitet, in das drei rote Glasplättchen und drei weiße Perlmuttscheibchen eingelegt sind. Sie stammt aus der Zeit der Merowinger um 600 n.Chr. Die Darstellung der Eiche geht auf einen alten Urkundentext von 1186 zurück, in dem vom Grafen Burchard von Wohldenberg die Rede ist, der „unter der Eiche bei Holle“ das Grafengericht abhielt. Die Ausübung dieser gräflichen Pflicht fand traditionsgemäß an althergebrachten Thingplätzen statt, Beratungsplätze aus germanischer Zeit. Holle war zu der Zeit die Malstatt der „Niederen Go“ des Ambergaus, d.h. Gerichtsplatz der Grafen vom Wohldenberg. GESCHICHTE Das an zwei uralten Handelsstraßen von Lüneburg nach Nürnberg und von Hildesheim nach Goslar gelegene Holle besaß schon zu germanischer Zeit eine wichtige Bedeutung, wie Ausgrabungsfunde vom Holler Kirchberg bewiesen haben. Holle wird urkundlich erstmals 1146 erwähnt. Aus der Familie von Holle stammt der berühmte Berthold von Holle, der erste Sänger aus dieser Gegend, der in deutscher, d.h. höfischer Sprache dichtete und um 1260 die Dichtung „Crane“ (Kranich) schuf, in der er die ritterlichen Tugenden der Liebe und Treue und die Abenteuer in fernen Ländern besingt. Der ursprünglich ländliche Charakter von Holle änderte sich nach dem 2. Weltkrieg nachhaltig. Viele alte Fachwerkhäuser verloren durch Modernisierungsmaßnahmen ihren alten ländlichen Charakter, den man heute durch Denkmalschutzauflagen und Umbauten wieder herzustellen versucht. Zwischen 1950 und 1980 entstanden in Holle große Baugebiete zwischen dem alten Dorf und der Schule, die auch heute noch erweitert werden. Auch der Autobahnbau von 1958 bis 1960 mit dem Zubringer nach Salzgitter/Braunschweig brachte wesentliche Veränderungen mit sich. 1960 begann der Ausbau des Kiesgrubengeländes am Mohldberg zu einem großen Sportzentrum und im August 1963 wurde die Einweihung gefeiert. Anfang der 70er Jahre wurde eine 400 Meter Bahn erstellt und im Mai 1975 das neue Sportheim eingeweiht. Heute wird das Sportzentrum von dem Sportverein TuS Holle-Grasdorf getragen. Die Geschichte der Gemeinde Holle kann in dem 1982 eröffneten Heimatmuseum, einem der ältesten und schönsten Häuser in Holle, anschaulich verfolgt werden. Die Ortschaft Holle ist mit dem Rathaus das große Geschäftszentrum im Gemeindegebiet, in dem von Arztpraxen über Supermärkte, Fachgeschäfte, Hotels und Gaststätten bis hin zur Post und verschiedenen Banken alle Einrichtungen vorhanden sind. Die Landwirtschaft ist nur noch mit wenigen Höfen vertreten. HOLLE – Die Gemeinde der Schlösser und Burgen ORTSCHAFTEN I 25

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