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Der Wendeburger 28.01.21

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Informationsblatt mit Mitteilungen der Gemeinde Wendeburg

10 28. Januar 2021 TSV

10 28. Januar 2021 TSV Wendezelle: 35 Jahre Seniorensport TSV Wendezelle / Laufgruppe zieht Bilanz: „RUN for FUN“ blickt auf 25 erfolgreiche Jahre Ziel einer vorweihnachtlichen Lauf- und Walkrunde war natürlich auch die illuminierte Zweidorfer Mühle. Bortfeld. Die Sparte Handball der Turnerbrüderschaft, die jahrelang das inzwischen zur Tradition gewordene Kinderfasching durchgeführt hat, gibt hiermit bekannt, dass im Jahr 2021 aufgrund der Covid-19-Pandemie diese Veranstaltung leider ersatzlos entfallen muss. Die Gesundheit aller Bürger und insbesondere die der Kinder, die unsere Zukunft sind, ist uns sehr wichtig, sodass der Wendezelle (r). Im April 1986 wurde diese Gruppe gegründet. Die Damen der ersten Stunde sind leider nicht mehr dabei, bis auf eine Person, Christa Schmidt. Sie besucht noch heute mit 87 Jahren regelmäßig die Sportstunde. Dies belegt eindeutig, dass der Spaß an der Bewegung im Verein unter Gleichgesinnten eine angenehme Ergänzung zum Alltag werden kann. Aktiv und beweglich mit 60plus. Vital bleiben, Beweglichkeit erhalten, Muskelkraft fördern, dies alles wird in der Seniorengymnastik trainiert. Auch wenn in den meisten Stunden, die Übungen im Sitzen ausgeführt werden. Wer etwas für seine Fitness tun möchte, kommt einfach mal vorbei. Jeden Donnerstag von 14.30 bis 15.30 Uhr in der Grundschulhalle. Die Übungsleiterin freut sich schon, wenn es wieder los geht. Auf ein gesundes, neues Jahr! Es grüßt G. Schmidt Gregor und Silke Buhr haben den Hannover-Halbmarathon sozusagen im Homerunning absolviert und zeigen stolz die Medaillen. Wendezelle. „Laufen, um Spaß zu haben!“ – das ist unsere Einstellung und unser Motto zugleich. Seit einigen Jahren schon heißt es auch walken oder radfahren für diejenigen, die nicht so ganz mobil sind. Ob wir nun zu zweit sind oder zu zehnt, „Spaß haben“ ist weiterhin der treibende Faktor, dazu Kommunikation und Bewegung an der frischen Luft. Ein großer Vorteil im coronageprägten Jahr 2020 war, dass wir unserem Hobby eben an der frischen Luft nachgehen. So konnten wir fast jeden Lauftreff- Termin wahrnehmen. Selbstdisziplin beim Abstandhalten und Einhaltung der Hygienemaßnahmen haben wir immer im Blick gehabt. Ausgefallen sind alle organisierten Läufe, insbesondere der Wasa-Lauf in Celle, zu dem wir neun Teilnehmer gemeldet hatten. Einige Läufe wurden quasi im Homerunning absolviert: so haben Gregor und Silke Buhr den Hannover-Halbmarathon in der Wendezeller Feldmark absolviert und Wolfgang Jäckel die Challenge des Berlin-Marathons in Riddagshausen und Buchhorst. Und wir sind selbstverständlich dem Wendeburger Sternweg gefolgt. Einige von uns haben ihre sportliche Fitness erfolgreich mit dem Sportabzeichen bestätigt bekommen. Wer etwas für seine Fitness und das Herz-/Kreislaufsystem tun möchte, der komme freitags in den ungeraden Wochen zum TSV-Sportplatz – das nächste Mal wieder am 5. März um 18 Uhr. Im Ausblick auf 2021 hoffen wir, dass auch wieder Laufveranstaltungen z. B. in Celle oder Braunschweig oder Hannover durchgeführt werden. Und das ein Zusammensein nach dem Lauftreff ermöglicht wird. Denn wir blicken inzwischen auf 25 Jahre Lauftreff „RUN for FUN“ zurück, und das wollen wir auch feiern können. Aber das Wichtigste ist die Gesundheit – die eigene und die der anderen. Deswegen: bleibt gesund, mit sportlichem Gruß Martin Ahlers. Handballsparte der Turnbrüderschaft Bortfeld: Kinderfasching fällt pandemiebedingt leider aus Abteilungsvorstand diese Entscheidung gefällt hat. Außerdem ließen die gesetzlichen Pandemiebedingungen zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dies ohnehin nicht zu. Wir hoffen aber, dass in der Session 2022 dann wieder der Ruf: „Bortfeld – Hellau“! auf dem Saal der Vereinsgaststätte „Zum wilden Keiler“ aus vielen Kinderkehlen erhallen wird. Michael Greve GLEITZ Gemeindeblätter Als Alternativen zum Brocken sind Umrundungen von Harzer Talsperren zu empfehlen: Wendeburger Wanderfreunde Wendeburg/Zweidorf. Das Wandern in der Gruppe ist zur Zeit nicht möglich. Deshalb empfiehlt es sich, alleine oder mit der Familie im Auto anzufahren, und unterwegs Abstand zu anderen Personen zu halten. Auf manchen Parkplätzen gilt auch Maskenpflicht. Im Frühjahr 2020 war sogar der Aufenthalt für ortsfremde Personen in Sachsen-Anhalt untersagt. Somit war auch die Besteigung des Brockens verboten. Seit dem Sommer wurden die Verbote aufgehoben. Offensichtlich gab es einen Nachholbedarf, denn der Harz wurde regelrecht überlaufen. Fernreisen waren nur eingeschränkt möglich, das verstärkte ebenfalls den Freizeit-Aufenthalt in unserer Region. Trotz aller Ermahnungen zuhause zu bleiben ging es jetzt im Winter an den Wochenenden teilweise chaotisch auf den Straßen und Parkplätzen zu. Um jedoch die Natur in Ruhe zu erleben und zu genießen, sollte man am Wochenende nicht gerade in der Mittagszeit die begehrten Ziele anfahren. Am besten unternimmt man etwas an den Werktagen oder ansonsten sehr früh am Morgen. Und wenn es dann der Brocken sein muss, dann sollte man nicht von Torfhaus starten. Günstig erreichbar ist das Parkhaus in Schierke. Wer rechtzeitig vor Ort ist, hat bei über 700 Stellplätzen keine Probleme. Der Weg durchs Eckerloch ist jedoch konditionell anspruchsvoll. Zum Abstieg ist Auf der Brockenstraße die Route Brockenstraße – Kabelgraben – Bobbahn zu empfehlen. Schön, aber weiter ist der Rückweg über den Glashüttenweg und die Ahrensklintklippe. Jetzt im Winter muss man mit widrigen Wetterverhältnissen, wie Sturm, Frost, Nebel, Schneegestöber und vereisten Wegen rechnen: Warme, wetterfeste Bekleidung, Stiefel, Spikes und Teleskopstöcke sind angeraten. Und da man auf dem Brockengipfel nicht einkehren kann, sollten auch Verpflegung und warmer Tee im Rucksack sein. Als Alternativen zum Brocken sind nachfolgend einige interessante Wandervorschläge mit Umrundungen von Harzer Talsperren genannt. Dabei findet man auch Stempelstellen der Harzer Wandernadel. • Oderteich bei Oderbrück, 4 km; • Hassel-Vorsperre bei Hasselfelde – Hagenmühle, 6 km; • Rappbodevorsperre bei Trautenstein, 7,5 km; • Überleitungssperre Trogfurther Brücke bei Königshütte, 6 km; • Wippertalsperre bei Königerode – Forsthaus Schiefergraben, 10 km; • Zillierbachtalsperre bei Wernigerode – Armeleuteberg, 10 km; • Neustädter Talsperre bei Neustadt/Harz, 10 km; • Sportgemeinschaft Zweidorf-Bortfeld / Handball: Sigurt Grobe vom DHB für Ehrenamt geehrt Zweidorf/Bortfeld. Der Leiter der Handballspielgemeinschaft Sigurt Grobe hat aufgrund seines unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatzes zum Wohle des Handballsports in unserer Gemeinde eine besondere Auszeichnung erhalten: Der Deutsche Handballbund (kurz DHB) überreichte ihm auf dem Postweg eine Urkunde im Rahmen der Ehrenamtskampagne OHNE EHRENAMT KEIN HAND­ BALL – WIR.IHR.ALLE. Bundesweit gingen insgesamt Marco Gleitz 260 Bewerbungen in Dortmund ein. Eine zehnköpfige Jury hat dann die zwölf Gewinnerpersonen ermittelt, die Teil einer Ehrenamtskampagne werden. Leider gehörte Sigurt Grobe nicht zu diesem auserwählten Kreis, aber dennoch wurde er für sein uneigennütziges Engagement mit einer Urkunde bedacht. Sie ist Ausdruck seines Einsatzes zum Wohle vieler Sportler/-innen in der Gemeinde Wendeburg. Zusammen mit seinem Team, das sich aus vielen Trainer/-innen, Übungsleiter/- innen, Spieler/-innen, Schiedsrichtern und Vorstandskolleg/- innen zusammensetzt, ist es ihm gelungen, die Gemeinde Wendeburg weit über die Kreis-, Regions- und Landesebene hinaus bekannt zu machen. Auch die Förderung des Nachwuchses hat er sich auf die Fahnen geschrieben. Heute spielen Damen und Herren in den Seniorenmannschaften, die schon zu Kindeszeiten das Fangen und Werfen des Balles in den Stammvereinen TSV Zweidorf- Wendeburg bzw. TB Bortfeld Zankenburg 10 31174 Schellerten HEIZUNG LüftUNG SaNItär SoLar Telefon (0 51 23) 4 09 05 50 Fax (0 51 23) 4 09 70 39 SHK-Gleitz@web.de gelernt haben. Mithilfe von Sigurt Grobe wurde beispielsweise 1987 die erste Jugendhandball-Spielgemeinschaft in ganz Niedersachsen gegründet. Sie war der Beginn einer Erfolgsstory im Peiner Ostkreis und Vorbild für andere Handballvereine. Heute verfügt die SG Zweidorf-Bortfeld über vier Herren-, drei Damen, elf Jugendund drei Minimannschaften. Unsere heimische SG ist damit eine der größten Handballabteilungen in ganz Südostniedersachsen. Dahinter verbirgt sich aber auch ein funktionierendes Team vieler freiwilliger Helfer. So hat auch während der coronabedingten Pandemiezeit das SG-Vorstandsteam einige Online-Sitzungen abgehalten, um rechtzeitig für die noch terminoffene Wiederaufnahme des Spielbetriebs gerüstet zu sein. Aber auch einige Jugendtrainer haben über die Online-Plattform Zoom versucht, die Kinder und Jugendlichen fit zu halten. An ein geordnetes Mannschaftstraining ist ja derzeit nicht zu denken. Die leistungsorientierten Sperling Holzbau Tel.: 053 45 - 49 287 Fax: 053 45 - 49 32 51 Mobil: 0171 - 26 37 602 info@sperlingholzbau.de energetische Sanierung Einblasdämmung Holzhäuser Carports/Garagen Dachstühle GmbH & Co. KG Obere Dorfstraße 4 38271 Baddeckenstedt www.sperlingholzbau.de Terrassenüberdachungen Vordächer/Gauben An- und Umbauten Fassadengestaltung Fachwerksanierung Text und Foto: Winfried Rasp Granestausee bei Astfeld, 14 km; • Eckerstausee von Bad Harzburg – Radau Wasserfall, 15 km. An der Oker-, Innerste-, Söse-, Oder- und Rappbodetalsperre führt teilweise eine Straße entlang, so dass eine Umrundung auf Wanderwegen nur zum Teil sinnvoll ist. Informationen zu diesen Wandervorschlägen und zu anderen Harztouren gibt es wie immer bei Winfried Rasp, Tel. 1369. Wegen der Corona-Pandemie sind die aktuellen (Mobilitäts-) Vorschriften zu beachten. Hoffnung besteht jedoch auf baldige Aufhebung der Einschränkungen. Seniorenspieler/-innen führen individuell Dauerläufe zur Erhaltung der Ausdauer mit dem erforderlichen Abstand durch. Alle hoffen jedoch, dass eines nicht mehr fernen Tages sich die Tür zur Gemeindesporthalle an der Opferhöfe wieder öffnet. Und Sigurt Grobe wird es sein, der als erster den Schlüssel umdreht. Michael Greve Planung/Bauantrag Balkone und Wintergärten Innenausbau Holzterrassen/ Zäune Dachdeckerarbeiten Pergolen/Zäune

28. Januar 2021 11 Teil 3 des Vorabdrucks aus der Neubrücker Chronik / Die Episode der Okerschifffahrt von 1459 bis 1489: Neubrück als fürstliches Amt ab 1557 Neubrück. Liebe Leser! Ein frohes neues Jahr Ihnen allen! Vielen Dank für die eingegangenen Spenden! Heute folgt Teil III unseres „Fortsetzungsromans“. Unterstützung zur Finanzierung des Buchdrucks ist noch immer willkommen. Mit dem Verwendungszweck „Chronik Neubrück“ überweisen Sie bitte Beträge an die Gemeinde Wendeburg Volksbank Wolfenbüttel IBAN DE04 2709 2555 3505 0080 00. Für Spenden ab 100 € stellt die Gemeinde Spendenquittungen aus. Sonst gilt der Überweisungsbeleg als Quittung. Wer 50 € oder mehr spendet, erhält zum Dank eine Chronik. Es wäre schön, wenn Sie dabei wären! Gisela Eberhard, Ortsheimatpflegerin Die Episode der Okerschifffahrt von 1459 bis 1489 Wenn man von der Okerschifffahrt im Mittelalter hört, stellt man sich vor, wie schwer beladene Lastkähne im Hafen der Stadt, etwa wo sich Galeria-Kaufhof befand, ablegen und flussabwärts an Neubrück vorbei über Aller und Weser zur Nordsee fuhren. Erneut mit Handelsgut beladen hätten sie gegen die Strömung vom Ufer aus getreidelt (gezogen) zurückgebracht werden müssen. Dass Braunschweig als eine wichtige Handelsstadt in Norddeutschland sich einen Wasserweg bis zur Nordsee wünschte, ist keine Frage. Kann man aber glauben, dass auf der Oker, die mit Wehren und Mühlen bestückt war, vorbei an anderen Städten durch fremdes Gebiet bis zur Nordsee Schifffahrt möglich war? In Folge der Erbteilung des Welfischen Landes durften aus dem Fürstentum Wolfenbüttel in das Fürstentum Lüneburg keine Waren verschifft werden. Dafür konnte aber Korn auf dem Landwege frei nach Lüneburg eingeführt werden. 1371 erkannte der Wolfenbütteler Herzog Mag nus der Stadt Lüneburg dieses „Wasser-Privileg“ jedoch wieder ab und gab Braunschweig die Schifffahrt auf Oker und Aller frei. Zusätzlich erhielt die Stadt das Recht, hinderliche Mühlen aufzukaufen, die Oker auszuräumen und einen Treidelpfad am Ufer anzulegen, damit Kähne flussaufwärts gezogen werden konnten. Das hätte Braunschweiger Kaufleuten ermöglicht, mit ihren Waren die Weser und damit Bremen zu erreichen. Um Braunschweig den Schiffsverkehr zu erschweren, erwarb aber Lüneburg 1440 die Schlösser Rethem und Diekhorst an der Aller, besetzte sie mit Militär und konnte so den Wasserweg sperren. Die Stadt Lüneburg ließ sich durch ihren Herzog Friedrich das Verbot der Ein- und Ausfuhr von Handelsgut über die Aller und als Salzproduzent speziell das Verbot der Einfuhr fremden Salzes bestätigen. Obwohl damit auch für die Braunschweiger Schiffer der Weg nach Norden abgeschnitten war, setzte die Stadt Braunschweig den Ausbau der Oker fort. Letztlich konnte die Stadt aber nur Schifffahrt bis nach Neubrück betreiben, das ja in ihrem Pfandbesitz war. Wegen innerer Schwierigkeiten konnte Lüneburg die Braunschweiger Initiativen zur Ausweitung seines Handels nicht verhindern und erkannte das Recht Braunschweigs an, Schifffahrt bis zur Nordsee zu betreiben. Auf der Talfahrt der Kähne sollte es jedoch verboten sein, Salz und Eisen zu befördern. Flussaufwärts durften Stockfisch und Hering nicht verschifft werden. Nachdem der Schifffahrtsweg wieder offen war, ging 1459 der erste Kahn von Braunschweig nach Celle auf Fahrt mit 40 Scheffeln (125 hl) Weizen). Getreidetransporte nach Celle sind durch Ladedokumente des Celler Hafens belegt. Die Celler Händler hatten allerdings ein Vorkaufsrecht für ein Drittel des Getreides zu Braunschweiger Preisen, was den Verdienst der Braunschweiger schmälerte. Zudem machten die Wasserzollstellen an der Aller die Schifffahrt unrentabel. Frachtfuhren mussten auf dem Landweg nach Celle gebracht werden, um von dort verschifft zu werden. Die Okerschifffahrt mit Handelsgütern endete endgültig 1489, als durch das Bremer Stapelrecht für Topographische Karte des Amtes Neubrück um 1750 Foto: Landschaftliche Bibliothek Nr. 1225 Band III Blatt 74 Korn fremde Händler usgeschlossen wurden. Dass sich die Schifffahrt nicht entwickeln konnte, lag also nicht an der Oker selbst mit ihren Untiefen und Windungen, sondern an konkurrierenden Handelsinteressen und Machtverhältnissen. Leidtragender war der Braunschweiger Handel. Neubrück als fürstliches Amt ab 1557 Der Beginn des 16. Jahrhundert brachte so bedeutende Veränderungen, dass man ihn als den Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit ansieht. Die Reformation begann. Römisches Recht setzte sich durch gegen das alte Sachsenrecht. Reichssteuern für alle Stände wurden erhoben, um die Türkenkriege zu finanzieren. 1532 wurde in Braunschweig die Reformation eingeführt. Durch den Augsburger Religionsfrieden 1555 wurde vereinbart, dass die Herrschaft die Religion ihres Territoriums bestimmte. Wie stand es in dieser Zeit mit Neubrück? Auf allen Karten der Zeit ist der Ort mühelos zu finden: nördlich von Braunschweig, an der Oker und an der Grenze zum Fürstentum Lüneburg, von drei Seiten von der Grenze umschlossen. 1557 hatte der Grenzort an Bedeutung gewonnen, denn er war zum Zentrum einer der 27 Verwaltungs-, Steuer- und Gerichtsbezirke des Fürstentums aufgestiegen, zum „Amt Neubrück“. Unter seiner Hoheit standen - räumlich etwas entfernt - die Dörfer Wenden und Thune. 1706 wurden ihm auch die von Lüneburg abgetretenen Dörfer Bevenrode, Bienrode, Waggum und der Querumer Pass zugeordnet. Den Mittelpunkt des Amtes Neubrück bildete die Domäne mit einem alten Turm. Neubrück war der Sitz einer Art Universalbehörde, an deren Spitze ein Amtmann stand. Als Beauftragter des Herzogs verwaltete er die zum Amte gehörenden Orte, sprach im Namen des Fürsten Recht, übte Polizeigewalt aus, ließ Urteile vollstrecken und forderte die bäuerliche Heerfolge ein. Die Ämter waren die Bezirke der Steuererhebung. Als 1561 ein neues Amtshaus errichtet wurde, gehörten zum Amt schon eine viergängige Mühle, ein Brauhaus, eine Meierei, eine Scheune und ein Walkhaus mit Walkmühle. Die Richtstätte des Amtes Neubrück befand sich auf dem Galgenberg, auch Krittenberg genannt. Der Galgen wurde schon 1576 in einer Grenzbeschreibung erwähnt. An der Grenze aufgestellt diente er als Hoheitszeichen des Herzogtums und wurde bis zur Franzosenzeit immer wieder instandgesetzt. Die wichtigste Aufgabe der Amtmänner war das Einziehen der dem Herzog zustehenden Einnahmen sowie die Bewirtschaftung der herzoglichen Güter. Dem Amtmann unterstand der Vogt, der die Amtsdomäne verwaltete. Jeder Amtmann musste jährlich gegenüber der Herzoglichen Kammer Rechenschaft ablegen und sein Rechnungsbuch einreichen, denn sein Betrieb sollte Gewinne erwirtschaften. Im 16. Jahrhundert waren die Einnahmen aus den Ämtern eigenständige Einnahmen des Fürsten. Dagegen wurden „Lasten“, also Ausgaben, die zum Beispiel aus Fehden entstanden waren, als Schulden des Landes betrachtet. Herzog Julius, der 1568 bis 1589 herrschte, war aufgrund seiner protestantischen Pflichtauffassung bemüht, das Los seiner Untertanen zu verbessern. Seine neue „Landordnung“, die die Lage der Bauern erleichtern sollte, begrenzte alle grundherrlichen Dienste auf zwei Tage in der Woche. Sie gelangte aber in Neubrück nicht zur Anwendung. Julius griff auch den Plan wieder auf, die Oker in ihrer gesamten Länge schiffbar zu machen, um einen Zugang zu Weser und Nordsee zu erhalten. Da Braunschweig sich seiner Herrschaft entzog, sollte der Fluss westlich um die Stadt herumgeleitet werden. Der Rat der Stadt Braunschweig erkannte jedoch die Konsequenz der Umgehungsstrecke für den eigenen Handel. Mit Erfolg klagte er vor dem Reichskammergericht gegen das Vorhaben und verhinderte so seine Realisierung. Kirche, Herrschaft und Untertanen vor dem Dreißigjährigen Krieg Bedingt durch schwere Arbeit, mangelnde Hygiene, Hungerperioden, Krankheiten und Kriege lag die durchschnittliche Lebenserwartung bis ins 19. Jahrhundert unter 30 Jahren. Bis ins 18. Jahrhundert hinein gab es deshalb praktisch kein Bevölkerungswachstum. Die Wirtschaftslage des Fürstentums Braunschweig- Wolfenbüttel war im 16. Jahrhundert bis zum Dreißigjährigen Krieg geprägt von Nahrungsmittelknappheit und steigenden Agrarpreisen. Ein Grund dafür dürften die Wetterextreme gewesen sein, die das Jahrhundert prägten. Vor allem abnorme Kälte und zu viel oder zu wenig Regen, Schneemassen und Hagelschäden führten zu Missernten oder gar Ernteausfällen. Auch die Neubrücker werden darunter gelitten haben. Die Bediensteten des Amtes und die Bewohner des Dorfes besuchten die Gottesdienste in der Amtskapelle, die 1399 erwähnt wurde. Das kleine Gebäude wurde 1561 abgerissen, um Platz für den Bau eines Amtswohnhauses zu schaffen. Nun fehlte allerdings ein Gotteshaus. Die nächstgelegene Kirche auf Braunschweiger Gebiet lag in Wenden, gehörte also zum eigenen Amtsbezirk. Der Weg von zweieinhalb Meilen dorthin war aber nicht zumutbar. Deshalb wurden die wenigen Neubrücker in Didderse eingepfarrt, das zu Celle im Fürstentum Lüneburg gehörte. Wie die Didderser selbst mussten nun die sechs Neubrücker „Vorbürger“ und später zwei Brinksitzer (Hofstellen mit wenig Land) zum Erhalt der Didderser Kirche sowie zur Versorgung der Pfarrwitwen anteilig beitragen. Diese Verpflichtungen führten immer wieder zu Streitigkeiten. Man einigte sich schließlich darauf, dass zu jedem kirchlichen Bauwerk jeder Neubrücker Vorbürger dreiviertel der Leistung eines Didderser Köthers oder Brinksitzers zu erbringen habe. Dafür wurden den Neubrückern Plätze in der Kirche und auf dem Friedhof garantiert. Um sich der Beteiligung am Unterhalt der Kirche zu entziehen, erwog man in der Mitte des 18. Jahrhunderts, wieder eine Kapelle auf dem Amt zu bauen. Der Plan wurde aber fallengelassen und auch später nicht wieder aufgegriffen. So blieb Neubrück bis zur Errichtung der neuapostolischen Kirche in Ersehof ohne Gotteshaus. Kreisbüchereien und Kreisbildstelle Peine: Kontaktlose Ausleihe weiterhin möglich Landkreis Peine. Auch im neuen Jahr ist die kontaktlose Ausleihe, nach vorheriger Terminabsprache, wieder in allen Kreisbüchereien und der Kreisbildstelle möglich. „Das Angebot wird von der Leserschaft sehr gut angenommen“, freut sich Franziska Christiansen, Leiterin des Medienzentrums. Die hohe Nachfrage nach der kontaktlosen Ausleihe von Medien verdeutliche den hohen Stellenwert der Kreisbüchereien, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. An den sonst geöffneten Nachmittagen können telefonisch oder per Mail Termine mit den Mitarbeitern aus dem Medienzentrum vereinbart werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Kreisbücherei Vechelde ab Januar donnerstags, statt mittwochs nachmittags geöffnet hat. Bei der Terminabsprache können Medienwünsche mitgeteilt oder Wunschtüten erbeten werden. Die Ausgabe erfolgt ausschließlich kontaktlos. Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung muss dennoch erfolgen. „Bitte haben Sie Verständnis, dass es jederzeit, coronabedingt, auch kurzfristig zu Änderungen kommen kann“, appelliert Christiansen an die Leserschaft. Auch das Medienzentrum müsse die neue Verordnungslage beachten. Ein besonderer Dank gelte in diesem Zusammenhang den Mitarbeitern vor Ort, die die anstehenden Aufgaben auch mit weniger Personal hervorragend meistern würden. „Einige Kollegen aus den Kreisbüchereien unterstützen derzeit das Gesundheitsamt bei der Kontaktnachverfolgung, weshalb es im Kreismedienzentrum zu Verzögerungen im Ablauf kommen kann. Trotz dieser äußeren Umstände wird vor Ort jedoch alles getan, um die Wünsche der Benutzer bestmöglich zu erfüllen“, so Christiansen. Aktuelle Informationen, Öffnungszeiten und Kontaktdaten der einzelnen Kreisbüchereien und der Kreisbildstelle können der Homepage des Medienzentrums unter www.kmz-peine.de entnommen werden. Katja Schröder, Pressestelle Lk Peine Landkreis Peine informiert: Rückblick auf politische Gremienarbeit der Kreisverwaltung Aufruf an Ehrenamtliche zur Unterstützung in Seniorenheimen: Helping Hands Landkreis Peine (r). Der Landkreis Peine und die Freiwilligenagentur des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Peine suchen Ehrenamtliche, die Seniorenheime im nichtmedizinischen Bereich unterstützen möchten. Freiwillige Helfer können sich Landkreis Peine (r). Die politischen Gremien des Landkreises Peine können trotz der Corona- Pandemie auf ein arbeitsreiches Jahr zurückblicken. Sechs Kreistagssitzungen, 14 Sitzungen des Kreisausschusses und 23 Fachausschusssitzungen weist die Statistik des Kreistagsbüros aus. Daneben fanden 21 Termine der Vertretungen des Kreises in Beiräten und Gremien statt. In den Sitzungen der politischen Gremien kamen insgesamt 197 Informations- und Beschlussvorlagen zur Beratung. Darüber hinaus führten die Kreistagsfraktionen 60 Sitzungen durch. „Trotz der Corona-Pandemie ist es uns gelungen, die Arbeit der politischen Gremien, wenn auch in einem eingeschränkteren Rahmen und mit entsprechenden Hygienekonzepten, fortzusetzen, um wichtige Beschlüsse zu fassen“, erklärt Landrat Franz Einhaus, „für dieses außerordentliche Engagement unter schwierigen Bedingungen möchte ich mich herzlich bei allen Beteiligten bedanken.“ Das Hauptorgan des Landkreises ist der Kreistag. Ihm gehören in Peine 50 frei gewählte Mitglieder sowie kraft Gesetzes der Landrat an. Der Kreistag trifft die kommunalpolitischen Grundsatzentscheidungen, beispielsweise über den Erlass oder die Änderungen von Satzungen, die Festsetzung öffentlicher Abgaben, den Haushalt des Landkreises, die Verfügung über Kreisvermögen und die Aufnahme von Krediten. Der Kreisausschuss bereitet die Beschlüsse des Kreistages vor und entscheidet über die Angelegenheiten, für die weder der Kreistag noch der Landrat zuständig sind. Die Fachausschüsse haben grundsätzlich keine eigenen Entscheidungszuständigkeiten, aber wichtige fachliche Empfehlungen zu geben. Da die Inhalte der Informations- und Beschlussvor-lagen bereits in den Fachausschüssen erläutert und erörtert werden, dienen sie zudem der Entlastung des Kreistages und des Kreisausschusses. Katja Schröder, Pressestelle Lk Peine bei Sonja Hoffmann von der Freiwilligenagentur unter der Rufnummer 05171 940 9562 oder per E-Mail an sonja.hoffmann@ paritaetischer.de melden. Hier werden die Kontaktdaten aufgenommen. Heimleitungen können sich dann bei Bedarf bei der Freiwilligenagentur melden. Gerade bei den Schnelltests, die ausschließlich von geschultem Personal durchgeführt werden, und allem, was damit zusammenhängt wie z. B. Begleitung der Besucher, können Freiwillige unterstützen. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer müssen sich vor Aufnahme einem Schnelltest unterziehen. Die Kreisvolkshochschule Peine bietet für Freiwillige ein spezielles Kursangebot an, das bei Belastungen aus dem Ehrenamt hilft. Fabian Laaß Pressestelle Lk Peine

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